Homesharing: Worauf Du achten musst – und wie wir das Gesetz verbessern möchten

Du möchtest hin und wieder Deine Wohnung mit anderen teilen, weißt aber nicht genau, was rechtlich erlaubt ist? Dann findest Du hier die wichtigsten Fakten zusammengestellt*:


Was ist Homesharing?

  • Beim Homesharing vermietet ein Gastgeber (=Homesharer) die gesamte eigene Wohnung während der eigenen  Abwesenheit kurzzeitig und entgeltlich an andere Menschen (z. B. Berlin-Besucher bei Urlaub oder Geschäftsreise), oder:
  • Gastgeber vermieten Teile der eigenen Wohnung (d.h. auch während ihrer eigenen Anwesenheit) kurzzeitig und entgeltlich an andere Menschen.


Was sind die Vorteile für Gäste, Gastgeber und die Stadt?

  • Der Gast wohnt direkt im Kiez statt in einem (anonymen) Hotel – so lernt er viel mehr von Berlin kennen.
  • Der Homesharer kann sich etwas hinzuverdienen, profitiert vom Tourismus und lernt Menschen aus aller Welt kennen.
  • Die Stadt Berlin bekommt die City Tax, die der Homesharer pro Übernachtung entrichtet, und spart Hotelflächen (jeder Gast, der in einer Privatwohnung übernachtet, benötigt ein Hotelbett weniger).
  • Homesharing entzieht keinen Wohnraum – die Homesharer haben ja weiterhin ihren Lebensmittelpunkt in der Wohnung.


Wie ist die Rechtslage zum Homesharing in Berlin?

  • Die Vermietung von Wohnungen als Ferienwohnung, auch nur wenige Male im Jahr, ist in Berlin grundsätzlich durch das Zweckentfremdungsverbotsgesetz verboten; eine gesonderte Regelung und Definition für Homesharing gibt es nicht. Folgendes ist dennoch erlaubt:
    • Willst du nur einen Teil deiner Wohnung an Berlin-Besucher vermieten, so ist das bis zu 50% deiner Wohnfläche genehmigungsfrei erlaubt. Denke dabei aber an die Bezahlung der City Tax.
    • Möchtest du deine gesamte Wohnung z. B. während deines Urlaubs vermieten, so ist das grundsätzlich „einmal“ erlaubt: Manche Bezirke (z. B. Mitte) halten sich strikt an diese Regelung und lassen eine Vermietung nur einmal im Leben (!) genehmigungsfrei zu. Andere Bezirke, wie z. B. Friedrichshain-Kreuzberg, erlauben dies einmal im Jahr. Frage am besten in deinem Bezirksamt nach.
  • Alles, was über diese beiden Fälle hinausgeht, muss genehmigt werden. Allerdings: In Friedrichshain-Kreuzberg kostet eine Genehmigungsanfrage auf jeden Fall 225 € Verwaltungskosten. Und nach Aussage der von uns kontaktierten Bezirksämter wird einem Genehmigungsantrag „in der Regel“ nicht stattgegeben.
  • Natürlich muss der Eigentümer der Wohnung einverstanden sein (Nach einer Abmahnung ist unerlaubtes Homesharing ein Grund für eine fristlose Kündigung des Mietverhältnisses!).


Wie wollen wir Freien Demokraten die Lage der Homesharer verbessern?

  • Wir wollen erreichen, dass Homesharer vom Land Berlin und den Bezirken nicht mehr wie gewerbliche Ferienwohnungsvermieter behandelt werden. Deshalb fordern wir:
    • Die explizite Ausnahme des Homesharings aus dem Zweckentfremdungsverbotsgesetz
    • Eine generelle Erlaubnis, seine private Wohnung im Hauptwohnsitz bis zu 180 Tage im Jahr untervermieten zu dürfen (Die Regel ist 1. einfach, macht 2. eine gewerbliche Vermietung unrentabel und verzichtet 3. auf lästige Bürokratie für Genehmigungen etc.).
  • Politisch haben wir dazu bereits Anträge in den Bezirksverordnetenversammlungen Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg gestellt – Grüne, SPD und Linkspartei sind aber dagegen: Sie wollen keinen Unterschied zwischen privater und gewerblicher Untervermietung sehen.

 

Du hast noch eine Nachfrage? Dann wende Dich gern direkt an unsere  BVV-Verordnete Marlene Heihsel.

 

* Die Informationen haben wir durch Anfragen an den Senat sowie an die Bezirksämter Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg erhalten. 

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