Carl Grouwet, Berliner Europa-Spitzenkandidat

Carl Grouwet ist gebürtiger Belgier und seit 2013 auch deutscher Staatsbürger. Nachdem unser Bezirksverband ihn zum Spitzenkandidaten des Bezirkes für die Europawahlen am 26. Mai gewählt hat, ist Carl nun auch Spitzenkandidat der FDP Berlin und kandidiert auf Platz 12 der Bundesliste der FDP.

Wir haben mit Carl über die Motivation seiner Kandidatur, seinem Weg zum Spitzenkandidaten in Berlin und seine Visionen für Europa gesprochen.

Hallo Carl, du bist in Belgien geboren und seit 2013 auch deutscher Staatsbürger. Was bedeutet das Europäische Projekt für dich?

Ich bin in Mechelen in Belgien geboren und seit 2013 deutscher Staatsbürger und somit praktisch doppelt Europäer. Ich hatte das Glück viel im europäischen Ausland zu arbeiten, zu reisen und drei Fremdsprachen zu lernen. Diese Freizügigkeit, Flexibilität und der kulturelle Austausch über Landesgrenzen hinweg sind es, die die Europäische Union für mich einmalig machen.

Wir erleben in vielen europäischen Ländern einen Aufstieg der Populisten und Europakritikern. Nicht wenige Parteien, die zur Europawahl antreten, sind Verfechter von nationalen Alleingängen und wollen den europäischen Einigungsprozess rückabwickeln. Wie begegnest du diesen Forderungen?

Fakt ist, dass wir seit dem Beginn des europäischen Einigungsprozesses nach dem zweiten Weltkrieg, also seit fast 75 Jahren, in einem friedlichen Europa leben. Dies schien angesichts zweier Weltkriege Anfang des letzten Jahrhunderts nahezu unmöglich. Daher muss man bei aller berechtigter und unberechtigter Kritik an der Europäischen Union sich stets vor Augen halten, wie erfolgreich dieses Friedensprojekt doch bisher verlaufen ist.

Sicherlich gibt es Dinge, die auch wir Freie Demokraten verändern wollen, wie zum Beispiel die Demokratisierung der Europawahlen oder die Aufwertung des Parlamentes, doch wir sehen die Europäische Union als unsere einzige Chance im internationalen politischen Umfeld mit starker Stimme sprechen zu können.

Erzähl uns, wie wird man eigentlich Spitzenkandidaten der FDP Berlin?

Der Weg zum Spitzenkandidaten der FDP Berlin war ein wirklich toller und grundlegend demokratischer Prozess. Mit der Unterstützung vom damaligen Bezirksvorsitzenden David Kordon haben mich im Juli 2018 die Mitglieder des Bezirksverbands Friedrichshain-Kreuzberg, indem ich mich seit meinem Eintritt 2013 engagieren, zu ihrem Kandidaten gewählt. Mit der Unterstützung meines Bezirksverbandes im Rücken bewarb ich mich mit anfangs sechs anderen Kandidaten aus Berlin um die Position des Spitzenkandidaten. In vier Kandidatenhearings zu jeweils verschiedenen Themen stellten wir uns den Fragen der Mitglieder, so dass diese einen detaillierten Eindruck von den Bewerbern bekommen konnten. Anfang November stand dann die Europawahlversammlung an, bei der ich mich gegen die zwei übrig gebliebenen Gegenkandidaten durchsetzen konnte. 

Du bist seitdem viel in deiner Funktion als Spitzenkandidat unterwegs. Was macht dir dabei besonders Spaß?

Es ist einfach großartig mit so vielen engagierten Mitgliedern an einem gemeinsamen Ziel zu arbeiten. Dabei bin ich gerne in den Orts- und Bezirksverbänden der FDP unterwegs und helfe an Wahlkampfständen oder beim Plakatieren mit. Aber man erhält auch viele externe Einladungen zu Podiumsdiskussionen in Schulen oder anderen Formaten, bei denen man die Möglichkeit bekommt, sich und seine Partei vorzustellen. Dabei vertrete ich die Freien Demokraten meist in der direkten Diskussion mit den konkurrierenden Parteien, was wirklich große Freude bereitet. Man kann an vorderster Front für seine Überzeugungen und Visionen werben!

Du bist seit 1997 in Berlin und seit 2013 bei der FDP in Friedrichshain-Kreuzberg aktiv. Was macht diese Stadt für dich so besonders?

Seitdem ich 1985 das erste Mal in Berlin war, empfinde ich eine tiefe Faszination für diese Stadt. Nach dem Fall der Mauer hat sich die Stadt ganz neu entwickelt und ist zum Sehnsuchtsort für viele Menschen aus ganz Europa geworden. Berlin ist eine europäische Stadt geworden, in der Bürger aus allen Mitgliedsstaaten der EU, aus den sonstigen Länder Europas und aus der ganzen Welt leben und arbeiten. Dies macht diese Stadt und besonders Friedrichshain-Kreuzberg zu einem spannenden Melting Pot.

Wie würdest du dich als gewählter Abgeordneter im Europäischen Parlament für deine Heimatsstadt Berlin einsetzen?

Als Abgeordneter im Europäischen Parlament wäre es mir ein besonderes Anliegen auch in meiner Stadt und meinem Bezirk präsent zu sein und die Anregungen der Menschen aufzunehmen. Dies würde ich einerseits durch ein klassisches, für jeden offenes Wahlkreisbüro gestalten wollen, aber auch durch eine digitale Plattform, über die Bürgerinnen und Bürger direkt mit mir in Kontakt treten können. Hierbei ist es mir wichtig, die Vorteile und Projekte der EU klar zu vermitteln und auch zum Mitmachen anzuregen.

Was gefällt dir an Friedrichshain-Kreuzberg?

Das internationale Umfeld, die vielen unterschiedlichen Kulturen und verschiedenen Persönlichkeiten, denen man hier begegnen kann, sind in Friedrichshain-Kreuzberg einmalig.

Auch die vielen tollen Cafes, Restaurants und Bars sind grandios!

Hast du einen Lieblingsort oder -laden im Bezirk?

Ich bin als Hobbykoch gerne zum Einkaufen in der Martkhalle 9 unterwegs. Das Angebot für frische und hochwertige Produkte ist dort wirklich toll. Aber auch sonst kann sich das Angebot an guten Restaurants und Lebensmittelläden in unserem Bezirk sehen lassen. Zu meinen Favoriten zählen hier sicher das Markthallen Restaurant oder die Albatross Bakery.

Carl Grouwet kandidiert auf Platz 12 der FDP-Bundesliste zur Europawahl. Er ist damit der Berliner Spitzenkandidat zur Europawahl. Mehr über Carl erfahren