ERGEBNISSE: Wie weiter im Bergmannkiez

Volles Haus bei der Bekanntgabe der Ergebnisse von unserer Umfrage zur Gestaltung und Zukunft der Bergmannstraße in Kreuzberg. Über 700 Personen hatten daran teilgenommen. Neben vielen unterschiedlichen Visionen, war man sich in einem einig: die jetzige Lösung stellt niemanden zufrieden. Die Haupterkenntnisse waren spannend.

  1. Unsere Umfrage ergab, dass die Begegnungszone Bergmannstraße und die Baumaßnahmen in der Friesenstraße hatten bisher eher wenig Einfluss auf die angesiedelten Gewerbe, weder im positiven noch im negativen.
  2. Allerdings waren Gewerbetreibende in den letzten zwei Jahren teilweise stark von steigenden Mieten betroffen.
  3. Deutlich zeigte sich, dass die Befragten der Meinung waren, dass die Ziele der Begegnungszone nicht erreicht wurden. Die bisherigen Maßnahmen stießen mehrheitlich auf wenig Gegenliebe und polarisieren bis heute stark.
  4. Nicht überraschend ist hingegen, dass die befragten Anwohnenden ein Fahrrad-, Fuß- und ÖPNV-Volk sind, und das Auto, wenn sie eines besitzen, lieber stehen lassen.
  5. Die Umfrage zeigte auch, dass zwar Verkehrsberuhigung ist von allen Seiten gewünscht ist, Unklarheit aber darüber herrscht, welche Einzelmaßnahmen daraus folgen sollen. Manche Vorschläge polarisieren stark. Die FDP wird hier offen über die Möglichkeiten diskutieren und auch erwägen, eine Expertenkommission einzusetzen, die für ihre Empfehlung Aufklärung leisten und werben muss.

Alles in allem ist die Umfrage ein voller Erfolg gewesen, endlich konstruktiv mit dem Sachverhalt umzugehen. Die Umfrage ist zwar nicht repräsentativ, aber mit über 700 Teilnehmern dennoch aussagekräftig. Die vielen ernsthaften Kommentare haben uns gezeigt, dass wir mit der Umfrage in ein „Wespennest“ gestochen haben: Fast jede Änderung scheint Vor- wie Nachteile zu bringen.

Wir möchten mit allen, die sich einbringen wollen, über tragbare Lösungen diskutieren, die unter dem Strich für die meisten eine Verbesserung bedeuten. Wir denken dabei zum Beispiel an die Einrichtung einer Expertenkommission, deren Aufgabe es auch wäre, für ihre Empfehlung in der Öffentlichkeit zu werben.

Eine charmante wie leicht umzusetzende Alternative zu den umstrittenen Parklets in der Bergmannstraße könnten sogenannte „Schanigärten“ sein, wie wir sie aus Österreich kennen: Gastronomen können hier auf Antrag von Mai bis Oktober Podeste auf den Parkplätzen aufbauen und jeweils bis 22:00 Uhr bewirtschaften, um die Nachtruhe zu schützen. 

Die vollständige Auswertung der Umfrage finden Sie hier.